ERUZIONE PPP – Pier Paolo Pasolini – 16.02.-02.03.2018

Pier Paolo Pasolini – Regisseur und Ketzer

Interpretationen seiner Romane und Filme in Pastellen von Rainer Scheday

 

 

 

 

 

 

 

„Entweder sich ausdrücken und sterben

oder ohne Ausdruck unsterblich sein“

                                                                  Pier Paolo Pasolini

 

Vernissage: 16.Februar 2018 um 18:00 Uhr

E R U Z I O N E P P P
PIER PAOLO PASOLINI – Regisseur und Ketzer
Eine Interpretation in Pastellen von Rainer Scheday

 

Am 2. November 1975 wurde Pier Paolo Pasolini am Strand von Ostia bei Rom brutal ermordet. Angeblich hat ein sechzehnjähriger römischer Strichjunge während eines halbstündigen fürchterlichen Martyriums den Körper des 53-Jährigen in einem Akt von Notwehr bis zur Unkenntlichkeit zerschmettert. Andere wiederum sprechen von einer kalt geplanten politisch motivierten Hinrichtung, gar von einem öffentlichen Mord als sozialen Auftrag einer konformistischen Gesellschaft. Pasolinis Tod ist bis heute keineswegs geklärt.

Pier Paolo Pasolini war sich bewusst, dass ihn sein literarisches und filmisches, ja überhaupt sein gesamtes Leben und Werk zu einer Person der Öffentlichkeit machte und dennoch war er niemals bereit sich auch als eine solche Person zu verhalten. Er versuchte immer seine erlangte Autorität zur Diskussion zu stellen. Gleichzeitig war er für alle gesellschaftlichen Gruppierungen, von der politischen Linken bis zum rechten Establishment, stets ein besonders dankbares Angriffsziel und eine ergiebige Zielscheibe. Im Rahmen seines kreativen Schaffens ging es ihm um Wahrheit wie um terroristische Macht, um Geschlecht und vergewaltigte Menschen, um Schönheit und Armut, um Schöpferkraft, um Sünde und Sehnsucht, um Gott und die Hölle – und – um das Gegenteil von Allem, um den Widerspruch. Aber er war immer auch ein sehr sanftmütiger Mensch. Dennoch war es seine Sache nicht, leise zu leben, leise zu sterben. Meine, wie die Sache seiner Freunde, ist es nicht, wie es Dario Bellezza, einer seiner intellektuellen Wegbegleiter, treffend ausdrückte, leise um Pier Paolo Pasolini zu trauern.

So nehme ich für mich in Anspruch meine persönliche Erinnerung an Pier Paolo Pasolini (und hier besonders an seine Romane und an seine Filme) in meinen Pastellen persönlich künstlerisch umzusetzen und individuell zu gestalten. Darin liegt, Pasolini adäquat, auch „Skandalöses“. Pasolini glaubte, dass kaum ein Schriftsteller oder Regisseur wirklich den Mut hätte die Realität bzw. unfassbare Wahrheiten bis zur letzten Konsequenz abzubilden. Solch eine Realität sei immer nur indirekt in einzelne Genres und vermittelt in künstlerische Produkte eingegangen. Und damit verfälscht. Hierzu Pasolini: „An gewisse Extreme menschlicher Abgründe reicht man mit künstlerischen Mitteln offenbar nicht heran, gewisse Abweichungen der von einem verworfenen gesellschaftlichen Umfeld deformierten Psyche lassen sich offenbar nicht darstellen. Das bürgerliche Publikum würde es nicht glauben, die Kritik würde mit wohlfeiler Ironie reagieren, indem sie zum Beispiel demjenigen Grausamkeit und psychische Defekte zuschreibt, der sich vorbehaltlos und ohne Heuchelei mit solchen Themen beschäftigt.“ Pier Paolo Pasolini hat es versucht. Mit seiner Leidenschaft für Bilder, für Bildlichkeit, für die Schönheit im bildlichen Sinne. Er hatte, so Dacia Maraini in einem Interview über Pasolini, einen „großen Geschmack für Schönheit, für das Schöne. Er war ein Maler. Er hatte das sensuelle Gefühl für Landschaft, Dinge, Licht und Farben. Tatsächlich war es das Kino, das nach seiner Lyrik dieses Bildliche ausdrückte.“ Es war seine übermächtige und visionäre „ästhetische Emotion“, wie er es einmal selbst nannte, als „die Steigerung der Lebenskraft“, die Reinheit der Form, die gewaltige Erschütterung, Figuren die „dem Leben widersprechen, wie es sich im modernen Menschen vorfindet, in seinem finsteren Schwelgen im Zynismus, dem Spott, der realen Gewalttätigkeit, dem Kompromiss, der Anpassung, der Glorifizierung der eigenen Identität mit den Merkmalen der Masse, dem Hass auf jedes Anderssein.“ Im Übrigen wollte Pasolini mit seinen sexuell oft sehr freizügigen homoerotischen Filmen einen Beitrag zur sexuellen Befreiungsbewegung der 68er leisten. Kurz vor seinem Tod bezeichnete er den gesamten Versuch als vollkommen gescheitert.

 

Ausstellung vom 16.02. – 02.03. 2018

Eröffnung am Freitag, 16.02.2018 um 18:00 Uhr

 

E R U Z I O N E  P P P

PIER PAOLO PASOLINI – REGISSEUR UND KETZER

Eine Interpretation seiner Romane und seiner Filme
in Pastellen
von Rainer Scheday

 

„Entweder sich ausdrücken und sterben
oder ohne Ausdruck unsterblich sein“

Pier Paolo Pasolini

 

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Pia

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